Die eigenen Aktionswochen in Städten und Kommunen:
Starke Bündnisse gegen Rassismus

Über die Hälfte der Aktivitäten Zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus im Jahr 2016 wurden von Veranstaltungsprogrammen der Städte und Kommunen durchgeführt. Diese Städte, ihre kommunalen Träger, Integrationsbeauftragte und zivilgesellschaftliche Bündnisse haben mit eigenen Aktionen eine immer größere Wirkmächtigkeit entwickelt. Die Vernetzung von lokalen Initiativen und Bündnissen wird mit dieser regionalen Aktionsform gefördert, wichtige Synergieeffekte werden ermöglicht und ein starkes Identifikationsgefühl für die Anliegen der Internationalen Wochen gegen Rassismusvor Ort geschaffen.

Angesichts der gegenwärtig immer besorgniserregenderen Entwicklungen möchten wir weitere Städte motivieren, sich mit den »eigenen Aktionswochen gegen Rassismus« zu engagieren.

Bei der Realisierung eines Veranstaltungsprogramms können alle städtischen und kommunalen Stellen und Organisationen mit einbezogen werden: Integrationsbeauftragte, Migrations- und Integrationsbeiräte, kommunale Integrationszentren, Volkshochschulen, bestehende Bündnisse gegen Rechts, Flüchtlingsräte, Antidiskriminierungsstellen, Sportverbände, kulturelle Einrichtungen oder engagierte Einzelpersonen.

Gerade jetzt gilt es, die Aktivitäten im Rahmen der Wochen gegen Rassismuszu intensivieren. Denn die beeindrucken de Willkommenskultur wird überschattet von populistischer und rassistischer Hetze und Gewalt gegenüber Minderheiten: Der Verfassungsschutzbericht 2015 konstatiert einen drastischen Anstieg der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten mit »fremdenfeindlichem Hintergrund«; der Anteil der Gewalttaten gegen Asylbewerberunterkünfte hat sich mehr als verfünffacht und rechtspopulistische Parteien und Gruppieren erhalten verstärkt Zulauf. Insgesamt sehen wir uns einer wachsenden Diskriminierung von Geflüchteten, muslimischen Menschen sowie Sinti und Roma gegenüber. Zudem sind nach aktuellen Studien (u.a. »Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland«, Juni 2016) rassistische Einstellungen und Gewalt taten quer durch alle gesellschaftlichen Milieus manifest und kein alleiniges Problem des rechten Randes. Es ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die Wahrung der Menschenwürde und gegen Rassismus zusammen einzustehen!

Lassen Sie uns wissen, wenn »Ihre Stadt« Interesse hat, sich an den kommenden Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 13. – 26. März 2017 mit einem eigenen Programm zu beteiligen. Gerne beantworten wir Ihre Fragen oder stellen Verbindungen zu anderen Städten her, an deren Erfahrungen Sie teilhaben können. Eine Übersicht, welche Städte sich im Rahmen der Aktionswochen 2016 beteiligt haben, finden Sie auf den Seiten 31-36 in unserer Dokumentation.